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Familienleben: Wenn alle zu Hause sind und trotzdem jeder alleine sein will

Familie zu Hause im Wohnzimmer, aber jeder ist an seinem Handy und mit sich beschäftigt.
© Getty Images/ Johner Images

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Und so könnt ihr sie lösen und umgehen.

Manchmal vermisse ich meine Familie, obwohl sie direkt nebenan ist. Warum sich das Zusammenleben mit älteren Kindern so seltsam anfühlen kann.

Mittlerweile sind sie bei uns eher selten geworden, die Abende, an denen alle zu Hause sind. Wenn niemand mehr irgendwohin muss, es keine Termine mehr gibt und theoretisch ganz viel Zeit wäre, zusammen zu sein. Stattdessen verschwindet ein Kind in seinem Zimmer, das andere sitzt mit Kopfhörern auf dem Sofa und dattelt am Handy, mein Mann macht auch irgendwas und ich bin ehrlicherweise froh, wenn mich gerade niemand etwas fragt.

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Und dabei haben wir uns schon den ganzen Tag nicht gesehen, oder nur ganz kurz zwischen Tür und Angel. Warum fühlt es sich trotzdem manchmal so gut an, wenn einfach jeder für sich sein kann?

Ich ertappe mich durchaus bei dem Gedanken, dass wir mehr Zeit miteinander verbringen könnten oder vielleicht sogar sollten? Gemeinsam essen, etwas spielen, einen Film schauen oder einfach mal beieinander sitzen und darüber quatschen, was so los ist. Gleichzeitig merke ich aber, wie gut es mir tut, wenn ich nach einem langen Tag nicht sofort wieder ansprechbar sein muss.

Ist das ein Widerspruch? Eigentlich wünsche ich mir ja Nähe von meinen Liebsten. Aber manchmal eben auch Abstand.

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Alle sind da, aber keiner wirklich verfügbar

Dass wirklich alle gemeinsam zu Hause sind, ist nicht selbstverständlich. Schule, Arbeit, Hobbys oder Verabredungen sorgen dafür, dass jeder seinen eigenen Tagesablauf hat. Morgens sieht man sich mal kurz, mit ein bisschen Glück schafft man es, mittags mit wenigstens einem anderen Familienmitglied einen Happen zu essen und abends trudeln alle zeitversetzt ein. Umso schöner könnte es deshalb sein, wenn abends dann endlich alle zusammen sind.

Aber nur weil alle zu Hause sind, heißt das noch lange nicht, dass auch alle Lust auf Gemeinschaft haben.

Gerade Teenager legen großen Wert darauf, einfach mal für sich zu sein oder mit Freund*innen zu telefonieren und nicht mit ihren Eltern rumzuhängen. Und ich habe ja auch nicht immer Lust auf die Gesellschaft anderer, schließlich muss ich oft den ganzen Tag mitdenken, organisieren, arbeiten und eben einfach zuständig sein.

Mögen wir uns deshalb nicht mehr? Nein, auf keinen Fall. Aber jeder einzelne von uns hat ganz eigene Bedürfnisse. Und die verschwinden ja nicht, nur weil an dem einen Abend eben alle mal zu Hause sind.

Warum ich froh bin, wenn keiner was von mir will

Es gibt einfach Tage, da freut man sich schon morgens darauf, wenn sie vorbei sind. Und wenn endlich alles erledigt ist, es allen gut geht und der gemütliche Teil des Abends beginnen kann, wird man aus dem jähen Traum der Entspannung gerissen, weil irgendwer irgendwas will. „Was gibt’s zu essen?‘, „Wo ist mein Ladekabel?“, „Hast du meine Nachricht gesehen, geht das?“.

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Und ja, das ist alles ganz normal und ich will natürlich für meine Kinder da sein. Aber manchmal ist mein Akku einfach komplett leer und alle soziale Energie für den Tag ist aufgebraucht. Dann will ich mich einfach nur um mich kümmern und nicht noch alle anderen.

Meine Kinder liebe ich deshalb immer noch genauso viel und ich freue mich immer noch, wenn sie meine Gesellschaft suchen. Ich will nur nicht immer gebraucht werden.

Müssen wir vielleicht mehr zusammen machen?

Braucht meine Familie also eventuell mehr gemeinsame Rituale oder feste Familientage oder wenigstens eine gemeinsame Mahlzeit, an der dann wirklich alle teilnehmen?

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Jaein. Natürlich ist es schön, wenn man eine schöne Zeit zusammen haben kann. Alles, was aber den Stempel ‚geplant‘ bekommt, kann auch schnell zu einer Pflichtaufgabe werden. Und dann bleibt der Spaß auf der Strecke.

Außerdem muss ja nicht jeder freie, gemeinsame Abend eine Familienaktivität beinhalten. Manchmal reicht es nämlich auch, wenn man koexistiert, im selben Raum, aber eben jeder für sich. Auch wenn es unscheinbar wirkt, ist man sich in solchen Momenten nämlich nahe.

Wichtig ist, dass man sich nicht aus dem Weg geht, dass man hier und da kleine Gelegenheiten nutzt, sich zu unterhalten und dass man füreinander da ist, wenn’s drauf ankommt. Und manchmal müssen wir uns vielleicht auch ein bisschen bewusster Zeit füreinander nehmen, damit die Verbindung bestehen bleibt.

Ich möchte meinen Kindern aber nicht das Gefühl geben, dass sie Zeit mit mir verbringen müssen, (wenn mir danach ist) nur damit ich mich als Mama gebraucht fühle. Egal ist es mir aber auch nicht. Vermutlich ist es gut, wenn beides nebeneinander existiert. Wenn wir uns gegenseitig den Raum lassen, den wir gerade brauchen und trotzdem wissen, dass wir füreinander da sind.

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