Als Eltern fiebert man dem Älterwerden der Kinder ja auch immer ein bisschen entgegen. Wenn sie klein sind, träumt man davon, wie es ist, wenn sie erst in den Kindergarten und dann die Schule gehen, wenn sie immer selbstständiger werden und man fragt sich, was sie für Menschen sein werden.
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Und ehe man sich versieht, sind die Kinder ‚plötzlich‘ groß, überragen einen und man muss überraschend feststellen, dass sie gar keine Kinder mehr sind. Und dann fragt man sich, wann das eigentlich passiert ist? Schleichend haben sich mehr und mehr Momente in unseren Alltag gemogelt, die untrüglich zeigen, dass aus Kindern junge Erwachsene geworden sind.
Wenn ich nicht mehr alles erfahre
Kleine Kinder erzählen einem ja wirklich alles. So viel, dass man sich manchmal wünscht, man könnte sie auf stumm stellen. Mit dem Einsetzen der Pubertät ist das vorbei. Dann nämlich erzählen sie einem nur noch das Nötigste. Weil sie nämlich schon ihr ‚eigenes‘ Leben führen und sich von Mama und Papa abnabeln.
Das ist für mich die größte Umstellung. Nicht nur, weil ich super neugierig bin, sondern auch, weil ich wissen möchte, ob es meinen Kindern gut geht, sie Kummer haben oder etwas nicht stimmt. Stattdessen muss ich darauf vertrauen, dass meine Kinder zu mir kommen, wenn sie mich wirklich brauchen.
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Wenn mein Rat nicht automatisch der richtige ist
Für eine wirklich beträchtliche Zeit hatte man als Mama oder Papa ja einfach mit allem Recht (ob das jetzt stimmte oder nicht), denn die Kinder haben einem alles geglaubt. Hier noch ein Pflaster drauf oder da eine Umarmung und man war Held oder Heldin des Tages.
Heute sieht die Sache anders aus. Da wohnen „Ich mach das schon“ und „Ich weiß“ bei uns und alles, was man als Eltern vorschlägt, rät oder manchmal auch erklärt, ist prinzipiell erst mal falsch.
Es dauert ein bisschen, bis das elterliche Ego das akzeptiert, aber es ist ja richtig, dass große Kinder auch eigene Entscheidungen treffen und man sie machen lässt. Egal wie klug und manchmal auch weniger klug das ist. Was direkt zum nächsten Punkt führt:
Wenn ich um Rat gefragt werde, und meine Kinder ihn nicht annehmen
Es gibt sie auch noch bei jugendlichen Kindern, die Momente, in denen sie Rat bei uns, ihren Eltern, suchen. Nur um dann trotzdem das zu machen, was sie selbst für das Beste halten.
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Aber mittlerweile frage ich nicht mehr, warum ich überhaupt gefragt werde. Teenagern geht es oft nämlich gar nicht darum, eine Lösung für ihr Problem oder ihre Frage serviert zu bekommen, sondern darum, dass sie ihre Gedanken mit unserer Hilfe sortieren.
Und das ist schon ziemlich erwachsen, finde ich.
Wenn sie über ihre Zukunft sprechen
Zukunft ist für kleinere Kinder der nächste Tag, vielleicht noch die nächste Woche. Sprechen Kinder aber darüber, was sie nach der Schule machen wollen, dass sie sich für ihren Führerschein in der Fahrschule angemeldet haben oder welche Studiengänge Uni XY anbietet, also dann rutscht einem das Mamaherz aber gewaltig in die Hose.
Und ich überlege, wie viele Familienurlaube wir wohl noch schaffen, bevor sie in die große weite Welt ziehen.
Wenn ich merke, dass mein Kind mich durchschaut
In Diskussionen gibt es immer häufiger Momente, in denen ich merke, dass mein großes Kind genau weiß, was in mir vorgeht. Es merkt sofort, wenn ich gestresst bin oder wenn ich ausweiche. Und dann hält es mir knallhart den Spiegel vor.
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Und früher hätte ich vielleicht versucht, das zu überspielen. Heute entschuldige ich mich aber lieber dafür, ungerecht, heuchlerisch oder ungeduldig zu sein.
Und vielleicht ist genau das das Zeichen dafür, dass mein Kind kein Kind mehr ist, denn nicht nur ich reagiere anders, sondern mein Teenager sieht mich auch anders. Ich bin nicht mehr ’nur‘ die Mama, sondern ‚einfach‘ ein Mensch.
Wenn ich merke, dass wir auf Augenhöhe sprechen
Manchmal vergesse ich in Gesprächen, dass meine Kinder erst 13 und 16 sind. Nämlich wenn wir über Nachrichten, Beziehungen oder einfach andere Menschen und ihr Verhalten sprechen und ich genau so ein Gespräch auch mit meinen Freund*innen führen würde.
Natürlich bin ich trotzdem ihre Mutter, die Gesprächsinhalte haben also ganz andere Filter als mit meinen Freund*innen. Aber es ist trotzdem ein toller Momente, wenn man feststellt, dass die Kinder reflektiert durchs Leben gehen und einem auch mal was erklären können.
Wenn ich loslassen muss (obwohl ich gar nicht möchte)
Das Ziel von uns Eltern und unserer Erziehung ist am Ende ja, dass die Kinder auf eigenen Beinen stehen können und in der Welt zurechtkommen. Und doch ist das Loslassen, was ja unweigerlich dazugehört, wohl am schwersten.
Und dann vermisst man die Zeit doch ein bisschen, in der alle 5 Minuten jemand nach Mama gerufen hat.
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