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Wer eine Kirschlorbeer-Hecke im Garten hat, sollte noch im September handeln

Kirschlorbeer-Hecke in Wohngebiet
© Adobe Stock

Vorab im Video: Diese Pflanzen machen deinen Garten kaputt

Du hast eine Hecke aus Kirschlorbeer im Garten? Dann solltest du schleunigst einige Vorkehrungen treffen – um Kinder, Vierbeiner und die heimische Natur zu schützen.

Neulich hatten wir Freunde zu Besuch im Garten. Sie wollten uns ihren Familienzuwachs vorstellen: Rémy. Ein kleiner Zwergdackel und der süßeste Vierbeiner, den ich jemals gesehen hatte.

Ich war schockverliebt und nachdem Rémy sich von mir ausgiebig bekuscheln ließ, erkundete er auf seinen kurzen Beinchen unseren Garten. Blumenbeete wurden beschnuppert, Rosenstöcke angenagt und Gänseblümchen gekaut.

Zwergdackelwelpe
Zwergdackel-Welpe Rémy macht unseren Garten unsicher und entdeckt eine gefährliche Sache.

Doch eine Sache fesselte Rémys Aufmerksamkeit besonders lange und intensiv: die glänzenden dunklen Früchte der Kirschlorbeer-Sträucher, die auf unserem Rasen lagen.

Im September fallen die Kirschlorbeerfrüchte herunter

Wenn die Früchte des Kirschlorbeers reif sind, fallen sie ab und liegen dann sowohl für Hunde als auch für Kinder in Reichweite.

Das Problem: Die Früchte sehen aus wie essbare Beeren, doch sie sind eine echte Gefahr. Sowohl für uns Menschen als auch für Tiere sind sie giftig.

Mindestens ein Dutzend Mal haben wir an diesem Nachmittag Rémy eine Frucht oder einen Samen aus dem Maul gefischt.

Die schwarzen Beeren sind eine unbekannte Gefahr

Bis weit in den September sollten insbesondere Haustierbesitzer wachsam sein. Die Früchte des Kirschlorbeers haben einen süßen Geschmack, der Hunde dazu verleiten kann, sie in größeren Mengen zu fressen.

Das Tückische daran: Die Samen (das sind die harten Kerne der Früchte), enthalten hohe Mengen an Glycosiden, die im Verdauungstrakt Cyanid, also Blausäure, freisetzen.

Besonders gefährlich wird es, wenn die Samen gründlich gekaut werden, denn erst dadurch wird die giftige Blausäure freigesetzt. Cyanid blockiert den Sauerstofftransport im Körper und kann zu schweren Vergiftungserscheinungen führen.

Das Fruchtfleisch selbst ist nur mäßig giftig, gehört aber auf keinen Fall in den Mund. Wenn kleine Kinder im Garten unterwegs sind, sollte man sie auf die Gefahr hinweisen und im Auge behalten.

Kirschlorbeer-Vergiftung: Zu diesen Symptomen kann es kommen

Wenn ein Hund Kirschlorbeerfrüchte gefressen bzw. auf den Samen herumgekaut hat, können die ersten Symptome schon nach kurzer Zeit auftreten. Dazu zählen:

  • Atembeschwerden: Die Freisetzung von Cyanid führt dazu, dass der Sauerstofftransport in den Zellen blockiert wird, was zu Atemnot führt.
  • Anstieg des Blutdrucks und erweiterte Pupillen: Durch die Vergiftung reagiert der Körper des Hundes mit einem plötzlichen Anstieg des Blutdrucks, und die Pupillen weiten sich.
  • Speichelfluss und Erbrechen: Um das Gift loszuwerden, beginnt der Hund vermehrt zu speicheln und zu erbrechen.
  • Krampfanfälle: In schweren Fällen kann es zu Krämpfen kommen, die auf eine Schädigung des Nervensystems hinweisen.
  • Bewusstlosigkeit: Bei besonders schwerer Vergiftung kann der Hund das Bewusstsein verlieren, was ohne sofortige Behandlung tödlich enden kann.

Besonders gefährlich ist der Verzehr von Kirschlorbeer für kleine Hunde, da ihr Körper weniger Cyanid benötigt, um eine tödliche Wirkung zu erzielen.

Doch auch größere Hunde sind nicht immun. Bereits wenige Früchte können ausreichen, um den Gesundheitszustand deines Vierbeiners erheblich zu beeinträchtigen.

Was tun, wenn der Hund Kirschlorbeer gefressen hat?

Wenn du den Verdacht hast, dass dein Hund Kirschlorbeer gefressen hat, ist schnelles Handeln gefragt. Auch wenn es nur ein paar Beeren waren, solltest du sofort den Tierarzt aufsuchen.

Beschreibe dem Arzt genau, was passiert ist, und wie viel dein Hund möglicherweise gefressen hat. Der Tierarzt kann dann gezielte Maßnahmen ergreifen, um das Gift aus dem Körper zu entfernen und die Symptome zu behandeln.

Spätestens im September Früchte des Kirschlorbeers einsammeln und entsorgen

Soweit sollte es gar nicht erst kommen. Am besten ist es, die Früchte zu entfernen, bevor sie reif werden und zu Boden fallen.

Wenn sich schon Früchte auf dem Rasen gesammelt haben, solltest du sie zusammen rechen und im Biomüll entsorgen. Selbst wenn du keine Haustiere oder Kinder hast, schonst du damit die Natur. Denn Kirschlorbeer breitet sich über die in den Früchten enthaltenen Samen rasend schnell aus.

Denk auch daran, dass deine Kirschlorbeer-Hecke an einen öffentlichen Weg grenzen kann. Auch hier können die giftigen Früchte zu einer Gefahr für Vierbeiner wie Hunde oder Katzen werden. Also besser einsammeln und entsorgen!

Kirschlorbeer ist unter Naturschützern verhasst

Der Kirschlorbeer mag zwar eine pflegeleichte Pflanze sein, aber für Haustiere kann er zur tödlichen Gefahr werden. Alle Teile dieser Pflanze sind giftig, und besonders die Früchte bzw. deren Samen können schwerwiegende Vergiftungen verursachen.

Aber damit nicht genug: Kirschlorbeer gehört zu den invasiven Arten. Das bedeutet, dass das Gewächs heimische Pflanzen verdrängt und sich sehr stark ausbreitet. Sogar in unseren Wäldern finden sich mittlerweile Kirschlorbeer-Sträucher.

Kein Wunder also, dass Kirschlorbeer-Hecken bei Naturschützern nicht gerne gesehen sind.

Lesetipp: Insektenweiden bis in den Herbst: Diese Stauden locken die meisten Hummeln in den Garten

Diese Heckenpflanzen sind besser als Kirschlorbeer

Wenn du der heimischen Pflanzen- und Tierwelt etwas Gutes tun willst und noch dazu Haustiere schützen möchtest, solltest du besser keinen Kirschlorbeer pflanzen, sondern lieber diese insektenfreundlichen Hecken-Alternativen.

Welche Pflanzen außerdem keine gute Idee für den Garten sind, weil sie entweder invasiv, nutzlos für Insekten oder sehr pflegebedürftig sind, erkläre ich dir zum Schluss in der Bildergalerie:

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