Wer seinen Garten genießen möchte, kann dabei eines nicht gebrauchen: neugierige Blicke von Nachbarn oder Passanten. Als Sichtschutz für mehr Privatsphäre nutzen viele Heckenpflanzen.
Kirschlorbeer ist nicht die beste Heckenpflanze für den Garten
Besonders häufig sieht man Hecken aus Kirschlorbeer in den Gärten. Doch die Sichtschutz-Pflanze steht in der Kritik.
Sie gehört zu den invasiven Arten und ist nicht insektenfreundlich. Auch für Haustiere und Kinder stellt die Lorbeerhecke ein Risiko dar, da Blätter, Früchte und die darin enthaltenen Samen giftig sind. (Mehr dazu hier: Wer eine Kirschlorbeer-Hecke im Garten hat, sollte spätestens im September handeln).
Zum Glück gibt es eine Reihe besserer Alternativen zum Kirschlorbeer. Hier kommen heimische Heckenpflanzen als Sichtschutz, die pflegeleicht, robust und gut für die Natur sind.
1. Holunder: duftender Insektenmagnet
Schwarzer Holunder eignet sich nicht nur klasse als Sichtschutz für Garten und Terrasse (die winterharte Pflanze kann zwischen zwei und sieben Meter hoch werden). Er erfreut außerdem Mensch und Tier.

Im frühen Sommer zwischen Mai und Juli locken die duftenden Holunderblüten jede Menge Insekten an. Ab August bildet der Strauch dunkle Früchte, die bei Vögeln beliebt sind und bei Menschen ebenso.
Aus den Früchten kann man zum Beispiel Holundersaft oder -Gelee machen. Die Blüten im Sommer eignen sich, um süßen Sirup daraus zu bereiten.
Lesetipp: Frittierte Holunderblüten: Kennt ihr schon diesen süßen Sommer-Snack?
2. Heckenrose: blühende Schönheit
Heckenrosen, auch Wildrosen genannt, gehören mit einem jährlichen Zuwachs von bis zu 120 Zentimetern zu den schnell wachsenden Heckenpflanzen. Je nach Sorte können sie bis zu drei Meter hoch und breit werden. Damit ist die romantische Pflanze schonmal ideal als Sichtschutz geeignet.

Insekten und Vögel freuen sich aber ebenfalls über Wildrosen (auch Heckenrosen genannt). Im Frühling bekommt der Strauch wunderschöne Blüten, die Insekten anlocken. Im Herbst wiederum bilden sich rote Hagebutten an der Pflanze.
Die sind nicht nur für Vögel essbar! Ihr könnt die Früchte auch selber ernten und zu Tee oder Marmelade verarbeiten. Roh dürfen Hagebutten nicht verzehrt werden.
3. Liguster: heimischer Hecken-Star
Im Gegensatz zur Kirschlorbeer, die zu den invasiven Neophyten gehört, ist die Liguster eine heimische Heckenpflanze. Mit bis zu maximal fünf Metern Höhe spendet die „halbimmergrüne“ Pflanze jede Menge Privatsphäre.
Nur in kalten Wintermonaten wirft der Liguster teilweise seine Blätter ab, bei milden Temperaturen bleibt die Hecke weitgehend grün.

Im Hochsommer wachsen an dem Strauch weiße Blüten, worüber sich besonders Bienen und Schmetterlinge freuen. Im Herbst entstehen dann kleine Früchte, die für den Menschen nicht essbar sind, sehr wohl aber Vögeln schmeckt.
Für Vögel ist das dichte Gehölz des Liguster zudem ein sicherer Nistplatz.
Lesetipp: Fast so schlimm wie Kirschlorbeer: Ist Schmetterlingsflieder bald verboten?
4. Berberitze: die Farbwunder-Hecke
Von Berberitzen gibt es zahlreiche verschiedene Sorten auf der ganzen Welt. Die Gewöhnliche Berberitze (Berberis vulgaris) ist jedoch heimisch und ein super Sichtschutz-Kandidat für Garten und Terrasse. Ihr edler, dunkler Rotton macht sie zu einem echten Hingucker auf dem Grundstück.

Der Strauch kann bis zu drei Meter hoch wachsen und blüht von Mai bis Juni, worüber sich Bienen und Hummeln freuen. Auch für Vögel und Kleintiere bietet die Hecke jede Menge Nahrung, Verstecke und Brutmöglichkeiten. Denn ihre scharfen Dornen halten unerwünschte Besucher auf Abstand.
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5. Hainbuche: robuster Sichtschutz
Auch die Hainbuche ist eine wunderbare (und noch völlig unterschätzte) heimische Alternative zur Kirschlorbeerhecke. Sie wächst dicht, lässt sich gut in Form schneiden und kann mehrere Meter hoch werden. Damit schützt sie zuverlässig vor neugierigen Blicken.
Obwohl die Hainbuche ihren Namen trägt, gehört sie übrigens nicht zu den Buchen, sondern zu den Birkengewächsen. Ihre Blätter verfärben sich im Herbst gelb bis braun.
Das Besondere: Ein Teil des trockenen Laubs bleibt häufig bis ins Frühjahr an den Zweigen hängen, sodass die Hecke auch im Winter noch einen gewissen Sichtschutz bietet.

Für die heimische Tierwelt ist die Hainbuche ebenfalls eine gute Wahl: Das dichte Geäst bietet Vögeln geschützte Nistplätze und Verstecke. Außerdem dient die Pflanze verschiedenen Insekten als Lebensraum und Nahrungsquelle.
Praktisch: Hainbuchen sind robust und kommen mit unterschiedlichen Böden sowie sonnigen bis schattigen Standorten zurecht. Ein regelmäßiger Rückschnitt sorgt dafür, dass die Hecke schön dicht bleibt.
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