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Immergrüne Heckenpflanze: Warum ist Kirschlorbeer eigentlich so verhasst?

Kirschlorbeerhecke
© Adobe Stock

Vorab im Video: Diese Pflanzen ruinieren deinen Garten

Deutsche Gärten sind voll von Kirschlorbeer. Was wir uns und der Natur damit antun und warum du ab sofort keinen mehr pflanzen solltest, liest du hier.

Ja, aus Sicht einer faulen Gärtnerin ist Kirschlorbeer praktisch. Er wächst schnell, ist ein super Sichtschutz und du hast recht wenig Arbeit damit. Du solltest im Spätsommer die Früchte aufsammeln und hin und wieder den schnellwüchsigen Strauch in Form schneiden. Das war’s dann aber auch.

Kein Wunder also, dass man ihn in so vielen Gärten sieht. Aber (und das ist ein ziemlich großes Aber): Genau dieser pflegeleichte Besteller im Gartencenter ist mittlerweile ein echtes Problem für unsere heimische Natur.

Eine Studie der Universität Bonn zeigt, warum Naturschützer die beliebte Heckenpflanze am liebsten aus den Wohngebieten und Parkanlagen verbannen würden.

Kirschlorbeer macht sich in heimischen Wäldern breit

Die Forschenden haben sich den Kottenforst, ein großes Waldgebiet bei Bonn, genauer angeschaut. Und was sie dort entdeckt haben, ist so gar nicht idyllisch: Der Kirschlorbeer, ursprünglich mal aus Kleinasien eingeführt, macht sich dort breit.

Die größten Pflanzen wuchsen auf einer Fläche von bis zu 50 m² und waren um die 30 Jahre alt. Viele der gefundenen Sträucher trugen zur Zeit der Untersuchung bereits Früchte.

Bedeutet: Kirschlorbeer ist kein schüchterner Neuzugang in unseren Wäldern, sondern eine dominante Pflanzen-Diva, die kaum noch aufzuhalten ist. Denn durch die in den Früchten enthaltenen Samen breitet sich der invasive Strauch in einem Tempo aus, bei dem heimische Arten nicht mithalten können.

Lies dazu auch: Diese 3 Pflanzen machen deinen Garten und unsere Wälder kaputt

Warum ist das ein so großes Problem?

Die Fähigkeit so schnell zu wachsen, macht Kirschlorbeer problematisch. Er bildet dichte grüne Mauern, unter denen kaum noch Licht auf den Waldboden fällt.

Stell dir vor, du willst ein paar Wildblumen auf deiner Fensterbank ziehen, aber jemand legt eine dicke, schwarze Decke darüber.

Genauso geht’s unseren heimischen Pflanzen im Wald. Sie kriegen weniger oder kein Licht mehr ab, können sich nicht mehr so gut entwickeln und verschwinden nach und nach.

Auch für Insekten oder Vögel ist der Kirschlorbeer weniger nützlich als viele heimische Sträucher. Er sieht mit seinen glänzenden immergrünen Blättern zwar schick aus, ist aber eine ökologische Niete.

Kirschlorbeer ist nicht zu stoppen

Hinzu kommt: Der Klimawandel spielt dem grünen Einwanderer regelrecht in die Karten. Die Winter werden milder, der Frost bleibt aus und genau das braucht der Kirschlorbeer, um sich so richtig wohlzufühlen.

Seit den 2000er-Jahren beobachten die Wissenschaftler*innen eine regelrechte Ausbreitungs-Explosion. Was früher in frostigen Nächten kaputt fror, bleibt heute grün und wächst ab dem Frühling in Turbo-Geschwindigkeit weiter.

Auch spannend: Gehören nicht ins Beet: 3 Stauden, die deinen Garten ruinieren (ja, wirklich!)

Besser: Natürliche Gartengestaltung, die auf Vielfalt setzt

Klar, im Garten kann man sich über einen pflegeleichten Sichtschutz freuen. Aber im Wald? Da sorgt die Pflanze langfristig für ein echtes Ungleichgewicht und das geht auf Kosten der Artenvielfalt.

Wenn wir nicht aufpassen, sieht unser Wald bald eher aus wie eine monotone Gartenhecke statt wie ein bunter Naturkosmos.

Was du tun kannst? Zum Beispiel beim Pflanzen bewusster entscheiden. Es gibt jede Menge hübscher, heimischer Kirschlorbeer-Alternativen, die ebenfalls pflegeleicht sind, aber eine wertvolle Rolle im Ökosystem spielen.

Diese heimischen Heckenpflanzen sind besser als Kirschlorbeer*:

Kirschlorbeer im Zaum halten

Und falls du schon Kirschlorbeer im Garten hast: Du musst die Hecken nicht rausreißen, aber du solltest versuchen, die Ausbreitung einzudämmen, in dem du die Äste mit den Früchten kappst, bevor sie abfallen.

Und vielleicht überlegst du dir bei der nächsten Gartengestaltung einen anderen grünen Mitbewohner. Einer, der nicht nur schön aussieht und Sichtschutz bietet, sondern auch ein bisschen was für Bienen, Vögel und Co. übrig hat.

Denn mal ehrlich: Was bringt die schönste Hecke, wenn drumherum die Natur verloren geht?

Neben dem Kirschlorbeer gibt es noch eine Reihe weiterer Pflanzen, die du besser nicht in den Garten setzen solltest. Entweder weil sie heimische Arten verdrängen, nutzlos für Bienen sind oder unglaublich viel Pflege brauchen. Hier kommen Stauden, Blühpflanzen und Sträucher, um die du im Gartencenter einen Bogen machen solltest:

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